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Fit für die Zukunft? Digitalisierung in der Schule

Mai 17, 2018 | Von: Verena Schmidt | Kategorie: Digitales Lernen, Bildung, Medien

Digitalisierung Schule - Schüler am ComputerStichwort „Digitalisierung Schule“ – ganz gleich, ob man eher die Chancen oder die Risiken sieht, es ist ein Fakt: Digitale Medien sind aus unserer Lebens- und Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Auch die Schulen sind daher gefragt, den Umgang mit ihnen zu vermitteln. Und sie können ihre Vorteile nutzen: Statt mit Tafel und Kreide unterrichten immer mehr Lehrer mit Whiteboards, Online-Lernprogramme begleiten oder ergänzen die Übungen auf Papier. Sinnvoll eingesetzt können digitale Medien Motivation und Lernerfolg im Unterricht steigern.

Doch nach Einschätzung des „Aktionsrats Bildung“, einem Expertengremium aus Bildungswissenschaftlern, das von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft finanziert wird, hinken die Bildungseinrichtungen in Deutschland der digitalen Entwicklung noch immer hinterher. In seinem gerade veröffentlichten Jahresgutachten fordert der Aktionsrat bessere technische Voraussetzungen, unter anderem ein schnelleres Breitband-Internet und W-Lan. Und: Alle Schulklassen sollten „digitale Klassenzimmer“ zum Beispiel mit einem PC und Projektor für den Lehrer nutzen können. Digitalisierungsbeauftragte sollten Schulen und andere Bildungseinrichtungen unterstützen.

Berlin stärkt IT-Support

Dass es allerdings nicht reicht, Geräte anzuschaffen, haben jetzt die Verantwortlichen im Land Berlin erkannt. Entscheidend ist auch, dass die Technik funktioniert und ausreichend gewartet wird. Doch Schüler, Eltern und Lehrer klagten in vielen  Bezirken der Hauptstadt immer wieder über Probleme genau hiermit. Nun zentralisiert die Senatsverwaltung für Bildung die IT-Wartung an Schulen und plant für 2018/19 rund 15 Millionen Euro Ausgaben hierfür.

An einem Tag pro Woche sollen die 650 öffentlichen Schulen der Hauptstadt demnächst einen externen IT-Fachmann ins Haus bekommen. In ganz Berlin sind nach Medienberichten 43.300 Computer, 14.500 Laptops und über 8.000 Whiteboards an Schulen zu warten. Bereits 2016 hatte das Land in einem Pilotversuch mit 30 Schulen untersucht, wie externen IT-Support die Schulen bei der Digitalisierung unterstützen kann – mit sehr positiver Resonanz. Zudem bietet das neue Modell auch eine Chance, mehr Gelder vom Bund für digitale Infrastruktur an den Schulen zu erhalten: Denn das Milliardenpaket des Bundes für die Digitalisierung setzt voraus, dass die Kommunen eine nachhaltige Mittelverwendung garantieren können – dass also die Geräte in Schuss bleiben und auch genutzt  werden.

München: Landräte fordern mehr Geld für die Digitalisierung an Schulen

Geld ist auch in München und ganz Bayern ein Thema bei der Digitalisierung. Denn nach dem Schulfinanzierungsgesetz müssen die Kommunen den sogenannten Sachaufwand für die Schulen tragen, also auch für digitale Geräte und ihre Wartung. Doch das Gesetz stamme aus einer Zeit, als es vor allem um Bücher gegangen sei, kritisieren die Vertreter der 71 bayerischen Landkreise. Heute blieben die Kreise auf „horrenden Kosten“ für Technik und IT-Experten sitzen, so die Landräte bei einer Veranstaltung im Vorfeld des dortigen Wahlkampfs  Anfang Mai. Sie fordern von der Staatsregierung mehr Geld für die Digitalisierung der Schulen – ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen.

Klar ist: Ohne Technik und Wartung – und auch ohne ausreichend schnelles Internet – ist Digitalisierung an der Schule nicht möglich. Wichtig ist aber noch etwas: die Medienkompetenz der Lehrerinnen und Lehrer sowie ein angemessener Umgang mit Sozialen Netzwerken. Denn die Fähigkeit des Lehrpersonals, die neuen Medien zu beherrschen und sie sinnvoll in den Unterricht einzubringen, ist am Ende entscheidend. Bei der Debatte um Kosten sollte ihre Aus- und Fortbildung daher nicht vergessen werden. Auch die Eltern können mit ein paar Tipps für den Umgang mit den Sozialen Netzwerken Ihre Kinder beim Thema Digitale Medien unterstützen.

 

Stichworte: Online, Bildung, lernen