
Kompass für die Grundschule
Mit dem ersten Schultag verändert sich für Familien vieles. Zwischen Hausaufgaben, neuen Freundschaften und dem ersten Notenfrust erlebt das Grundschulkind eine aufregende Zeit – und seine Eltern ebenso. Für sie stellen sich wichtige Fragen: Wie begleiten wir unser Kind sinnvoll durch die Grundschule? Wobei sollten wir es unterstützen, wann dürfen wir uns heraushalten? Und wie gelingt es uns, diese turbulenten Jahre trotzdem zu einer glücklichen Familienzeit zu machen? Orientierung für diese Fragen bietet unser Kompass für die Grundschule.
Ratgeber „Kompass für die Grundschule“ Als Heft oder digital
Von der Einschulung bis zum Übergang auf die weiterführende Schule: Die Broschüre „Kompass für die Grundschule“ begleitet Eltern durch die wichtigen ersten Schuljahre. Sie erfahren darin, vor welchen Herausforderungen die Kinder in den einzelnen Jahrgangsstufen stehen, warum ihre Motivation manchmal verloren geht, wie Eltern ihnen Halt geben können – und wann Unterstützung von außen sinnvoll ist.
Dazu gibt es praktische Tipps für den Familienalltag und Anregungen für ein entspanntes Familienleben zu Hause. Jetzt herunterladen oder gleich hier lesen:

Tipps für die Grundschulzeit Von Inke Hummel
Interview mit Inke Hummel „Es ist ein Tanz aus Nähe und Distanz“
Die Grundschule kann herausfordernd sein – auch für die Eltern. Die meisten möchten ihr Kind unterstützen und wünschen sich eine enge Beziehung. Aber die ersten Schuljahre sind auch eine Zeit des Loslassens: Das Kind wird selbstständiger, entwickelt seine eigene Persönlichkeit und fordert Freiheiten ein.
Dass es dabei in vielen Familien zu Reibungen und Schwierigkeiten kommt, weiß die Erziehungsberaterin Inke Hummel. Aber sie kennt auch mögliche Lösungen, die sie im Interview verrät.

Inke Hummel
„Es ist ein Tanz aus Nähe und Distanz“
Bücher zur Grundschulzeit von Inke Hummel
7 Tipps für mehr Motivation So gewinnt Ihr kleiner Nullbock seine Lernfreude zurück
Kinder bleiben motiviert, wenn sie merken: „Ich kann das schon besser als gestern.“ Loben Sie deshalb nicht nur gute Noten, sondern vor allem Anstrengung und auch kleine Erfolge.
Grundschulkinder können sich nur 15 bis maximal 20 Minuten am Stück konzentrieren. Deshalb funktionieren kurze Lernphasen mit kleinen Pausen dazwischen meist besser als langes Sitzen am Schreibtisch.
Hat das Kind mehrere Aufgaben zu erledigen, beginnt es am besten mit der leichtesten. Das verschafft ihm ein gutes Gefühl und motiviert für die schwierigeren Themen.
Jedem Kind fällt das Arbeiten leichter, wenn es sich für den Lernstoff interessiert. Fragen Sie daher nach, lassen Sie sich von Ihrem Kind das Thema erklären und zeigen Sie selbst Interesse daran – ohne das Gespräch gleich auf Leistung oder Noten zu lenken.
Viele Kinder benötigen nach einem langen Schultag erst einmal etwas Ausgleich, um sich wieder zum Lernen motivieren zu können. Am besten funktioniert das mit Bewegung: Toben, Fahrradfahren oder ein kurzes Spiel mit dem Ball oder Hüpfseil etwa helfen, danach konzentrierter zu lernen.
Der Arbeitsplatz des Kindes sollte ein Ort sein, an dem es sich gern aufhält. Der Schreibtisch ist aufgeräumt, Lernmaterialien sind griffbereit, und Ablenkungen wie Handy oder Tablet werden aus dem Blickfeld geschafft.
Gerade bei Lernstress zeigen schöne Familienerlebnisse, dass Glück nicht nur von der Schule abhängt. Egal, ob beim gemeinsamen Spielen, auf einem Ausflug oder bei einem kuscheligen Vorleseabend: Kinder lernen besser, wenn sie sich sicher, entspannt und angenommen fühlen.
Leselust statt Lesefrust Sechs Ideen, um Lesemuffel zu motivieren
Brücken bilden
Hat das Kind einen Lieblingsfilm oder ein Lieblingsspielzeug? Oft gibt es dazu Bücher, Comics oder Kindermagazine. Bekannte Figuren erleichtern vielen Kindern den Einstieg ins Lesen.
Leicht machen
Viele Eltern rümpfen die Nase, wenn ihr Kind nur Comics, Rätsel oder die PS-Zahlen im Auto-Quartettspiel liest. Dabei sind solche kurzen Texte ein guter Start – Hauptsache, das Kind erlebt Lesen nicht bloß als anstrengende Schulaufgabe.
Geheimaufträge geben
Manche Kinder lesen motivierter, wenn sie dabei eine Aufgabe haben: „Finde drei lustige Wörter“, „Entdecke den Bösewicht zuerst“ oder „Sag mir später, was du an der Geschichte ändern würdest.“
Bücher herumliegen lassen
Viele Kinder reagieren empfindlich auf gut gemeinte Vorschläge. Oft funktioniert es besser, ein spannendes Buch einfach sichtbar herumliegen zu lassen – ganz ohne Aufforderung.
Besondere Leseorte finden
Bauen Sie mit Tüchern oder Bettlaken eine Lesehöhle unter dem Tisch, machen Sie ein Familien-Picknick mit Büchern oder gehen Sie mit Ihrem Kind zum gemeinsamen Lesen ins Café: Besondere Orte verbinden das Lesen mit positiven Gefühlen.
Hören beim Lesen
Hörbücher ermöglichen es Kindern, das Hören und Lesen miteinander zu verbinden: Wenn der Buchtext wörtlich vorgetragen wird, kann das Kind entspannt mitlesen und der Geschichte folgen, selbst wenn einzelne Wörter schwierig zu lesen sind.

